Medieneinfluss auf Essstörungen

Anonim

Wenn Sie den westlichen Mainstream-Medien Beachtung schenken, werden Sie zweifellos feststellen, dass die Medien eine starke Botschaft aussenden, dass dünne, weiße und fähige Körper die wünschenswertesten sind und dass alle anderen Körper weniger Wert haben. Darüber hinaus werden Schönheitsprodukte und Diäten insbesondere für Frauen vermarktet, um diesen wünschenswerten Körper zu erreichen.

Tatsächlich werden jedes Jahr mehrere Millionen Dollar für die Vermarktung der Beauty- und Diät-Industrie ausgegeben. Dies führt zu einer ständigen Flut von Bildern und Botschaften (sowohl schriftlich als auch verbal), die Männer und Frauen davon abhalten, mit ihrem Körper zufrieden zu sein und sie zu ermutigen, ihr Erscheinungsbild zu ändern.

Wie wirkt sich diese ständige Flut von Botschaften auf uns aus? Verursacht oder beeinflusst es Essstörungen oder andere gefährliche Verhaltensweisen?

Die Antwort ist kompliziert. Die Forschung untermauert die Vorstellung, dass es eine familiäre, genetische Komponente für Essstörungen gibt, zeigt aber auch, dass das derzeitige soziokulturelle Klima, zu dem die Medien gehören, eine Rolle bei der Entwicklung und Aufrechterhaltung von Essstörungen spielt. Es kann sicherlich schwieriger sein, sich von einer Essstörung zu erholen, wenn man mit ständigen Medienbildern sehr dünner Menschen oder Fernsehsendungen konfrontiert wird, die größere Körper durch Misshandlungen und quälende Routinen zum Abnehmen bringen.

Studie zeigt, dass TV einen Einfluss hat

Was passiert, wenn Mädchen, die noch nie mit dem westlichen Fernsehen konfrontiert wurden, plötzlich anfangen, es anzusehen? Die Forscher hatten tatsächlich die Chance herauszufinden.

Im Jahr 2002 wurde eine wegweisende Studie veröffentlicht, in der der Einfluss des Fernsehens auf die Essgewohnheiten und das Verhalten von Mädchen aus Fidschi untersucht wurde. Die Fidschi-Inseln hatten vor 1995 kein westliches Fernsehen und gaben den Forschern somit die Möglichkeit, wirklich zu sehen, wie sich Einstellungen und Verhaltensweisen veränderten, als das Fernsehen ankam.

Die Kultur von Fidschi schätzt traditionell kurvige Körper. Ein großer Appetit wird gefördert und eine Diät wird entmutigt. 1995 wurden jugendliche Mädchen befragt, und es wurde festgestellt, dass praktisch keine von ihnen eine Diät zum Abnehmen gab und dass keines der Mädchen selbst induziertes Erbrechen angab. 1998, nach dreijähriger Auseinandersetzung mit dem westlichen Fernsehen, wurde die Umfrage mit folgenden Ergebnissen wiederholt:

· 11, 3% wiesen auf selbst induziertes Erbrechen hin, um das Gewicht zu kontrollieren

· 69% berichteten von einer Diät

· 74% gaben an, sich "zuweilen zu groß oder zu fett" zu fühlen

Mädchen, die in einem Haus mit einem Fernseher lebten, hatten dreimal häufiger ein gestörtes Essverhalten als diejenigen, die dies nicht taten. Obwohl es schwierig ist, diese Ergebnisse auf alle anderen Kulturen zu verallgemeinern, zeigt die Studie, dass die Medien, insbesondere das Fernsehen, das Körperbild und das Essverhalten beeinflussen. Eine Folgestudie zeigte, dass bereits allein Freunde, die ferngesehen haben, das Risiko von Symptomen einer Essstörung erhöhen kann.

Auswirkungen des Internets und der Social Media

In den letzten Jahren wurden Online-Bilder verbreitet, die als "Thinspiration" oder "Thinspo" bekannt sind. Diese sind in erster Linie auf Websites mit Essstörungen zu finden, obwohl sie auch auf mehr Mainstream-Websites auftauchen. Untersuchungen haben gezeigt, dass das Betrachten solcher Bilder zu einer verminderten Kalorienaufnahme und einem geringeren Selbstwertgefühl führt.

Es gibt auch Studien, die darauf hindeuten, dass bei der Nutzung von Social-Media-Websites wie Facebook jugendliche Mädchen und Frauen einem erhöhten Risiko für Essstörungen ausgesetzt sind. Außerdem besteht für alle ein Risiko, dass sie sich schlecht fühlen und mit ihrem Körper unzufrieden sind.

In diesem Bereich ist mehr Forschung erforderlich, aber es ist vernünftig anzunehmen, dass die häufige Nutzung sozialer Medien das Selbstverständnis einer Person beeinflusst.

Auswirkungen der Modemagazine

Der Großteil der Forschung zu Printmedien und Essstörungen konzentrierte sich auf Modezeitschriften, da sie regelmäßig Fotografien unrealistisch dünner Modelle zeigen, die häufig ausgiebig mit Photoshopping ausgestattet wurden.

Studien haben gezeigt, dass jugendliche Mädchen, die regelmäßig Modezeitschriften lesen und betrachten, zwei- bis dreimal häufiger Diät nehmen, um durch einen Artikel abzunehmen. Eine Studie, die Mädchen aus den Klassen 5-12 befragte, fand folgendes:

· 69% der Mädchen berichten, dass "Zeitschriftenbilder ihre Vorstellung von der perfekten Körperform beeinflussen"

· 47% geben an, "dass sie durch Magazinbilder abnehmen wollen"

Obwohl viele Menschen davon besessen sind, Gewicht zu verlieren und dünn zu werden, zeigt die Forschung auch, dass ein hohes Maß an Sorge um Gewicht, Diäten und der Wunsch, als Models oder Prominente auszusehen, ein Indikator für ein erhöhtes Risiko für alle Essstörungen sind. Da niemand gegen Essstörungen immun ist, ist es für Menschen jeden Alters wichtig zu lernen, die Medien und ihre Botschaften kritisch zu betrachten.

Das Training von Medienkompetenz hat zum Ziel, Menschen dabei zu helfen, kritisch beim Blick auf Medien zu werden und einige dieser Einflüsse abzufedern. Weitere Informationen zur Medienkompetenz in Bezug auf das Körperbild finden Sie unter About-Face und Proud2BMe.

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